Erfahrungsberichte unserer Kunden

Wir lieben Hunde

 

Hündin „Pinky“ mit Deprivationssyndrom

Parcours Training
Jeder der sich einen Hund anschafft hat seine eigenen Vorstellungen. Einen niedlichen kleinen oder großen Freund zu haben, vielleicht Hundesport zu machen, einen Begleiter im Alltag, eine Motivation raus zu gehen und sich zu bewegen… ein Hobby mit vielen Vorteilen. Die meisten wissen auch, dass so ein Hund auch Verantwortung und Arbeit mit sich bringt, aber eben auch eine Menge Freude.
Was aber wenn der Hund, den man bekommt, die Vorstellungen nicht erfüllen kann? Nicht weil man ihn vernachlässigt oder schlecht erzieht. Nein er ist eben – „besonders“.
Mein Hund ist so ein besonderer Hund, das weiß ich seit ich sie bei mir aufgenommen habe. Schnell nachdem Pinky bei mir eingezogen ist wurde klar, dass wird keine leichte Aufgabe.
Sie ist ein toller Hund, keine Frage, liebevoll, freundlich, verschmust, manchmal albern, sie lernt gerne und recht schnell, aber Angst bestimmt ihr Leben in vielen Momenten so sehr, dass die Freude häufig zu kurz kommt, sie steht ihr immer wieder im Weg.
Wir sind einen langen Weg gemeinsam gegangen, jedes Geräusch, das zum Alltag gehört mussten wir entdecken und jedes Mal aufs Neue herausfinden ob es gefährlich ist… oder eben doch nur eine Kaffeemaschine, die aus Hundesicht nun wirklich überhaupt nicht interessant ist. Wir haben viel Zeit damit verbracht Mülltonnen kennen zu lernen, den Fernseher zu observieren, abgestellte Fahrräder zu untersuchen und zu loben, wenn sie brav stillhielten. Vieles haben wir allein geschafft immer wieder wiederholt, immer und immer wieder überlegt wie wir dieses oder jenes Thema angehen können, sie zu konfrontieren aber ohne den Hund dabei zu überfordern. Ich erinnere mich gut an lustige und großartige Momente, wenn die Mülltonne nicht mehr gefährlich war oder als Madame Angstnase das erste Mal unbeschwert auf einer Wiese rumgerannt ist.
Die größte Herausforderung – die Angst vor Menschen, fremden Menschen, vor allem, aber Kindern konnten wir aber nicht lösen. Es war und ist immer wieder herzzerreißend, wenn man bei einem Spaziergang, der eigentlich allen Spaß machen soll, sieht wie sich der eigene Hund in der Leine fast erdrosselt, weil irgendwo urplötzlich Kinderstimmen zu hören sind oder eine Gruppe von laut schwatzenden Menschen auftaucht. Es frustriert, schränkt den Alltag ein und immer wieder lies es mich an mir selbst Zweifeln – „ist das meine schuld?“ „Habe ich etwas falsch gemacht?“ „Hätte ich hier oder dort anders reagieren müssen?“.
Selbstzweifel machten sich breit. Seit meiner Kindheit lebe ich mit Hunden zusammen, wir haben Welpen aufgezogen, Unterordnungskurse gemacht, ich habe Praktika in der in diversen Tierheimen, Tierkliniken und sogar einer Verhaltensforschungsstation gemacht – das sollte doch eigentlich genug Vorbereitung sein für einen eigenen Hund, oder? Ja und Nein, denn das Deprivationssyndrom und seine heftigen Auswirkungen kannte ich nicht. Einen Angsthund zu halten ist nicht einfach. Es ist nicht damit getan den Hund an Geräusche zu gewöhnen und ihm die Welt zu zeigen. Nein, es verändert den kompletten Alltag, alles wird auf „hundetauglich“ oder nicht geprüft und Lösungen gesucht wie man den Hund in den Alltag integrieren kann.
Schnell wird das zum Kampf, so lieb ich sie auch habe, meine besondere Hündin, so anstrengend ist der Alltag mit ihr auch oft. Es gibt selten ein „mal eben mit dem Hund gehen“. Um ehrlich zu sein – das nervt. Ein Hund soll ein Familienmitglied sein, so die romantische Vorstellung, die man ebenso hat wenn man gerne einen vierbeinigen Gesellen aufnimmt, er soll Freude machen, zur Bewegung animieren, ja klar auch manchmal Mist machen, aber im großen und Ganzen doch auch einfach mitlaufen. Wie also schaffe ich es nicht die Motivation zu verlieren, immer weiter zu versuchen diesem Schatz, denn das ist sie, gerecht zu werden? Ich kann nicht zählen wie oft ich mich das in den letzten Jahren selbst gefragt habe.
Über die Jahre habe ich viel von Pinky gelernt, wo ihre Grenzen sind, natürlich auch womit ich sie motivieren kann, aber es haben sich auch Frustration und Resignation eingeschlichen. Nach einem sehr traurigen Erlebnis 2019 musste sich etwas verändern und habe darum Netz nach neuen Lösungen und Ideen gesucht und bin auf „Ein Herz für Hunde“ und den Parcours gestoßen. Ich wollte nochmal Input von außen haben, vielleicht doch nochmal Fortschritte machen oder einfach nur mir und meinem Hund etwas Gutes tun.
Die Parcours Stunde ist für uns eine Art Zuflucht geworden. Eine Stunde in der Woche, in der wir uns austoben können, in der wir gemeinsam Spaß haben, Erfolge erleben und unsere Bindung stärken können. Das Training gibt uns die Möglichkeit gemeinsam etwas zu schaffen. Ängste zu überwinden und ganz wichtig für mich, das Training zeigt mir meinen Hund von einer anderen Seite. In den Videos sieht man wie offen ihre Körpersprache ist, sie ist mit Begeisterung dabei um die Stangen herum zu laufen und „lacht“ richtig, natürlich auch weil sie weiß, dass das Hühnchen in meiner Hand auf sie wartet. Nicht jede Woche machen wir Fortschritte, aber das ist auch ganz egal! Das Trainings Gelände ist ein geschützter Raum, Pinky hat schnell gelernt, dass hier nichts schlimmes passiert, im Gegenteil es gibt massenweise Leckerlies und sie darf sich austoben.
Klar wir haben auch unsere einsamen Feld- und Waldwege, die uns Freude machen, schnüffeln, Hund sein, rennen, das gehört auch weiterhin dazu.
Beim Training werde ich jedes Mal daran erinnert was mein schwieriger, anstrengender Hund alles kann. Vorher unbekannte und gruselige Hindernisse werden plötzlich spaßig, in kleinen Schritten traut sie sich immer weiter in den Tunnel. Die Leiter, die so seltsame Geräusche macht wenn man sie mit den Krallen berührt wird nach und nach zu unserem Lieblingsteil, sogar bis ganz oben kann sie klettern um an das Leckerchen zu kommen und das mit einem offenen fröhlichen Ausdruck der sagt „kein Thema, soll ich nochmal?“. Diese Erfolgserlebnisse sind für mich wichtig, um meinen Hund noch ein bisschen besser zu verstehen, sie motivieren zu können und nicht zuletzt den Spaß zurück zu gewinnen den wir mit unseren Hunden doch alle haben wollen.
Beim Schauen der Videos ist das noch deutlicher geworden, ich bin richtig gerührt davon uns mal von außen sehen zu können. Frauchen ist stellenweise viel viel viel zu langsam mit dem Nachladen von Leckerchen, der Hund ist klasse. Grade diese Momente, in denen sie unsicher ist und dann aber doch durch den Reifen springt sind etwas besonderes für mich.
Fazit: Der Hund hat Spaß, Frauchen ist nicht mehr so frustriert, alle profitieren! Ich möchte diese Stunden nicht missen!

Slalom laufen – oder 8ten Laufen
Eigentlich keine schwere Aufgabe, Pinky soll meiner Hand durch die Stangen folgen und sich von mir führen lassen. Bei den ersten Malen war sie misstrauisch, die Stangen könnten umfallen, sie berühren oder schlimmeres. Inzwischen ist es kein großes Problem mehr für sie, das Leckerchen motiviert sie und sie vertraut mir. Auf dem Video kann man sehen wie entspannt sie ist, sie folgt der Hand, behält die Umgebung im Blick ist aber nicht besorgt oder verunsichert. Ein toller Erfolg für uns.

 

Der Tunnel
Nach wie vor die größte Herausforderung, das Ding ist unheimlich, dunkel und die Geräusche klingen anders dort drinnen. Sie traut sich aber immer ein kleines bisschen weiter hinein, während es ganz zu Anfang schon ein Erfolg war wenn sie sich dem „schwarzen Loch“ genähert hat und vom Rand des Tunnels ihr Leckerchen nahm, ist sie inzwischen schon so weit dass ihr Kopf ganz im Tunnel verschwindet.
Eine Pfote berührt den Kunststoff immer, bei der zweiten zögert sie noch, nähert sich aber immer weiter an. Hier sieht man aber noch wie unsicher sie ist, sie hat „Grübchen“, was bei ihr Unsicherheit/Stress anzeigt, allerdings hält es sich noch im Rahmen. Toll finde ich, dass sie es immer wieder versucht ohne sich zu sperren.

 

Stangen drunter-/drüberher laufen
Das hat sie von Anfang an mitgemacht, war aber unsicher, im Laufe der Zeit nahm die Unsicherheit ab und sie macht freudig mit. Diese Stangen neigen dazu gern mal runter zu fallen, was zu Beginn der Trainingsstunden immer ein zurückschrecken und erstmal ausweichen zur Folge hatte, inzwischen kann sie damit viel besser umgehen.
Ich finde sogar im Video sieht man wie sie „fragt“ und darauf wartet weiter machen zu dürfen.
Kunststoffreifen
Beim Reifen ist sie vorsichtiger, sie traut dem ganzen nicht wirklich, macht aber mit. Am Anfang versucht sie die Aufgabe zu meiden, lässt sich aber von mir überzeugen mitzumachen. Ich finde man sieht hier, dass sie sich teilweise schon überwinden muss, aber immer wieder über ihren Schatten springt auch wenn ihr dieses Gerät unheimlich ist.

 

Das +
Frauchen ist zu langsam… Pinky macht gut mit, wartet eigentlich darauf weiter machen zu können. Anspannung sehe ich keine mehr. Als wir damit begonnen haben gab es allerdings Tage da wollte sie hier nicht mitmachen, auch hier ist einmal eine der Stangen runtergefallen, was sie extrem verunsichert hat. Jetzt hat sie genug vertrauen und ist entspannt.
Gummireifen zum durch hüpfen
Pinky macht toll mit, im hellen, später am selben Tag hat sie bei diesem Gerät komplett dicht gemacht und sich geweigert, das lag vermutlich an der Dunkelheit die dann aufkam, ich bin gespannt wie es beim nächsten Mal aussieht. Dem Gerät würde sie eigentlich generell gerne aus dem Weg gehen. Für mich ist es hier besonders klasse, dass sie dennoch mitmacht. Ich sehe ihr an, dass sie lieber woanders wäre, aber in dem Moment, in dem ich sie motiviere macht sie trotzdem mit, das ist für mich als Besitzerin ein tolles Gefühl.

 

Autoreifen am Boden
Das war am Anfang sehr schwierig, diese Gummidinger waren Pinky überhaupt nicht geheuer, da einen Fuß drauf zu setzen war undenkbar. Ich finde an diesem Gerät sieht man mit die größten Fortschritte, abgesehen von der Tatsache, dass sie gern mal mogelt, wer geht nicht gern den leichteren Weg , macht sie super mit. Meidet auch nicht, steht teilweise komplett auf/in den Reifen und konzentriert sich darauf die Leckerchen zu suchen. Beim Video finde ich spannend, dass sie am Anfang einmal zusammen zuckt wegen einem Geräusch von außerhalb das sie plötzlich gehört hat. Nachdem ich sie aber anspreche und ihr eine Aufgabe gebe beruhigt sie sich sofort und ist gleich wieder bei der Sache, wenn man sie kennt weiß man, dass das schon etwas besonderes ist. Es zeigt mir, dass sie sich auf das Training einlässt und sich auf dem Gelände sicher fühlt.

 

Die Leiter
Zugegeben das haben wir heimlich zuhause geübt. Die Leiter kannte sie vorher gar nicht. Zuhause hat sie sobald wir eine aufgestellt haben die Flucht ergriffen, die Dinger waren groß, gruselig und sobald die auftauchen wird’s laut. Das Geräusch vom Aluminium war noch dazu schrecklich furchteinflößend. Inzwischen macht sie das richtig gern, sie klettert bis hoch auf die oberste Stufe und hat auch keine Angst mehr, wenn ihre Krallen auf dem Metall Geräusche machen. Im Video ist sie komplett entspannt und hat Spaß daran.

zum Bericht

 

 

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Kunden für die Berichte und wünschen Ihnen weiterhin mit Ihren Hunden viel Freude und Erfolg im Training!

 

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